Warum nach Hawaii wenn man in Deutschland „Frankfurt“ hat :)

Unser Weg zum IRONMAN Frankfurt 2015!

Ich finde es immer schwer wenn man vor einem leeren Blatt Papier sitzt und überlegt was ist
interessant, was ist lesenswert und wie schreibe ich es überhaupt...
In diesem Fall habe ich schon genug Inspiration einfach los zuschreiben.
Also fange ich mal vorne an:
Es war Juni 2014, damals trafen Silke und ich die Entscheidung, das Abenteuer IRONMAN
Frankfurt 2015 anzugehen. Danach ging es Schlag auf Schlag, erst die Anmeldung, die Trainingsplanung und im Spätjahr fing die Vorbereitung an.
Die Zeit von November bis März waren in Deutschland nicht wirklich sportlerfreundlich und so ging die „Wintervorbereitung“ eher mäßig voran.

Im März starteten wir nun ab in den Süden, zum ersten Trainingslager, mit dem Sauerland-Team, nach Mallorca.

Dort konnten wir 10 Tage bei angenehmeren Temperaturen Rad- und Laufkilometer sammeln.

Zurück in Deutschland ging es fleißig weiter, ehe im April schon das zweite Trainingscamp, von Sport-Coast, in Valencia stattfand.

Traumhafte Bedingungen, klasse Wetter und verkehrsarme Straßen luden zu herrlichen Trainingseinheiten ein.
Kaum zurück in Deutschland begann langsam die Wettkampfsaison.
Erster Gradmesser sollte der Heideseetriathlon in Forst sein. Silke kam bei der Kurzdistanz (1km swim – 32km bike – 7,4km run) nach 1:50:14 Std. und Christian nach 1:32:13 Std. ins Ziel.

Drei Wochen später starteten wir bei der Premiere des IRONMAN 70.3 Kraichgau. Nach den kühlen Temperaturen im Vorfeld des Rennens, hatten wir beide sehr mit dem plötzlichen Temperaturanstieg am Wettkampfwochenende zu kämpfen!

Mit den Zielzeiten, Silke 5:25:41 Std. und Chris 4:44:07 Std. sind wir beide sehr zufrieden.
Nun lief der Countdown für Frankfurt, noch vier Wochen bis zum 05. Juli.
Ab jetzt hieß es, noch einmal Vollgas im Training geben, Verletzungs- und Krankheitsfrei bleiben.
Das gelang uns beiden schon mal nicht. Direkt nach Kraichgau erwischte uns die Sommergrippe, welche uns zu einer glücklicherweise nur kurzen Trainingspause zwang.
Noch 2 Wochen bis zum Wettkampf....es standen noch 3 Einheiten auf dem Trainingsplan und danach war Füße hochlegen angesagt.
Die Taperphase begannen wir 10 Tage vor dem Rennen.
Durch das reduzierte Training hat man viel Zeit zum grübeln....sind wir richtig vorbereitet? Hält das Material? Immerhin wurde bei Silke die komplette Schaltgruppe und bei Chris sogar das komplette Rad getauscht! Bleiben wir Gesund? Wie wird das Wetter (eine Woche vorher sah es ja noch nicht 
nach den Bedingungen aus welche wir tatsächlich hatten)?
Wir zählten die Tage noch 9, 8,…, 4, Freitags fuhren wir dann nach Frankfurt. Akklimatisieren, etwas die Stimmung mitnehmen, über die Triathlon Messe schlendern und versuchen ruhig zu bleiben.
Nach dem wir nun wussten, dass ohne Neo geschwommen werden musste(Wassertemperatur am Renntag >26 °C) konnten wir uns Mental schon einmal gut darauf vorbereiten. Aber die Temperaturen jenseits von 37°C, machten uns sehr zu schaffen. Unsere komplette Verpflegungstrategie mussten wir nun anpassen, außerdem hatten wir unsere Ziele runter geschraubt und stellten das gesunde Ankommen an oberste Stelle.
Der Samstag verlief suboptimal....zum Bike-Check-In fuhren wir mit dem Shuttlebus des Veranstalters, ebenso zurück. Was in der Hitze wirklich eine Qual war. Die sechs Stunden, welche wir für das ganze Prozedere gebraucht hatten, machte uns fix und fertig. Kaum im Hotel angekommen, versuchten wir uns, so gut es ging, zu erholen. Duschen, Essen und früh Schlafen gehen.
Der Renntag...nach ein paar unruhigen Stunden Schlaf, klingelte um 3 Uhr der Wecker. Nun waren es nur noch Stunden bis zum Start unseres ersten Ironman.
Kleines Frühstück, Sachen packen und ab zum Shuttlebus. In der Wechselzone die Räder checken, Verpflegung anbringen und dann ab in den Vorstartbereich.
6:40 Uhr...es gab kein zurück mehr, die Profi-Männer starteten ins Rennen, 6:42 Uhr der Startschuss der Profi-Frauen....6:50 Uhr die Erste Welle der Agegrouper...7:00 Uhr unser Start erfolgte und nun ging es los.
Erstmal versuchen, zwischen den ganzen Füßen, Armen und Beinen einen Platz zu finden, in dem man relativ gut schwimmen kann.
Silke sagte zum Schwimmen: „Mit meiner Zeit bin ich super Happy, aber ich bekam sehr viel Tritte und Schläge ab, dass ich mir anfangs dachte, ich komme hier nicht unbeschadet raus“
Chris zum Schwimmen: „Ich hatte glücklicherweise nach dem Landgang etwas mehr Platz und fand daraufhin in meinen Schwimmrhythmus“


Bis auf den Anstieg durch tiefen Sand, hatten Silke und ich in der Wechselzone keine Probleme.
Kaum auf dem Rad, fing das Rennen so richtig an 🙂
Gesteuert durch unsere Wattwerte, gingen wir die Radstrecke in moderatem Tempo an und machten Platz um Platz gut. Wichtig war die richtige Verpflegung, auf der unser Hauptaugenmerk lag.
Ab der zweiten Radrunde merkte man deutlich die Temperaturen und den auffrischenden Wind, was uns beide aber nicht aus der Ruhe brachte. Die letzten Kilometer hieß es dann, die Beine lockern und Mental auf den anstehenden Marathon vorbereiten.

Silke zum Radfahren: „Nach dem ich auf den ersten 500 Metern schon von einem anderen Teilnehmer von der Straße gedrängt wurde und im Schotter fahren musste, dachte ich mir...dass geht ja gut los...Mit meinem Radsplit bin ich super zufrieden, ich habe mich zu jeder Zeit gut gefühlt, viel getrunken und „gevespert“. Dass ich auf der zweiten Radrunde noch viele Männer überholte gab mir einen extra Motivationsschub“
Chris zum Radfahren: „Auf der ersten Runde war ich sehr gut unterwegs, aber ich wusste, dass ich mich an meine Wattwerte halten muss, da ich sonst wohl überpaced hätte. In der zweiten Runde wurde meine Taktik bestätigt und ich schüttelte meine kompletten Begleiter ab. Je mehr es dem Ende zuging, fing ich aufgrund des anstehenden Hitze-Marathons nervös zu werden, aber ich ließ mich nicht aus der Ruhe bringen."


Der Wechsel Rad/Lauf lief wieder Problemlos ab. Kaum auf der Laufstrecke, spürte man natürlich die hohen Temperaturen. Da Silke und Ich mit dieser Distanz noch keinerlei Erfahrungen hatten, mussten wir uns an unseren Plan halten. Wir wählten also ein Tempo, in dem wir die abschließende Disziplin gut hinter uns bringen konnten. An den Verpflegungsstellen nahmen wir etwas Tempo raus, um uns runter zu-kühlen und genügend trinken zu können.
Highlights auf der Strecke waren die Zuschauer, egal welcher Athlet vorbei kam, allen wurde zugejubelt!!!
Ganz besonders waren die Stellen, an denen bekannte Gesichter standen, dies gab noch einmal einen extra Schub in Richtung Finishline.
Die letzten 400 Meter waren einfach unglaublich! Nach dieser Qual ein Traum!
Der Zieleinlauf auf den Römer machte die ganzen Schmerzen, Zweifel und was sonst noch so für negative Gedanken einen den ganzen Tag begleitet hatten zunichte.
Silke nach dem Zieleinlauf: „Das Laufen war hart, ich wusste aber, wenn ich mein Tempo laufe, komme ich gut durch den Marathon. Bis auf ein paar Dixi-Stopps hatte ich keine Probleme. Die letzten Kilometer waren allerdings eine Qual. Der Zieleinlauf entschädigte das aber alles! Ich bin stolz auf mich dieses Rennen so gut gemeistert zu haben. Ich hatte wirklich Spaß!“
=> 11:56:32 Std., Platz 9 AK30-34
Chris zum Rennen: „Nach gutem Schwimmen und Radfahren, war es ein Auf und Ab beimMarathon – habe ich das richtige Tempo? Kann ich es halten? Komme ich mit der Hitze zurecht? Im Nachhinein kann ich sagen, alles richtig gemacht. Nach knapp 10 Kilometern drosselte ich mein Lauftempo etwas und nahm mir mehr Zeit an den Verpflegungsstationen!
Der Zieleinlauf war traumhaft und als ich die Zeit gesehen habe, musste ich mich kurz zwicken."
=> 9:56:29 Std., Platz 11 AK25-29

"Am meisten freute ich mich aber, als ich Silke, nach unter 12 Stunden, nach der Ziellinie in die Arme nehmen konnte!“


Ein paar Tage danach ist es immer noch eine unglaubliche Leistung was wir zwei an diesem Tag geleistet hatten.
Im Vorfeld hatten wir „Ängste“, dass es vielleicht kühl werden, oder regnen könnte. Was uns letztendlich aber in Frankfurt erwartete, damit hatten wir nicht gerechnet. Aber bei diesem historischen Rennen gefinisht zu haben, macht uns noch ein wenig stolzer!

 

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